Neben den Medien waren insbesondere auch
zahlreiche Veranstaltungen der propagandistischen Selbstdarstellung der Nationalsozialisten dienlich.

In großem Stil wurden zudem nationalsozialistische Gedenktage und
Jahresfeiern wie Hitlers Geburtstag oder der Tag der Machtergreifung
zelebriert. Diese Feierlichkeiten erstreckten sich oftmals über das
gesamte
Benrather Stadtgebiet.





was man so hatte. Während des Krieges war ja eh nicht viel da.
Sonntags morgens kam diese Nachbarin über den Gartenzaun
zu uns in den Garten, auf die Terasse, wo die Küche drauf
ausging, stieß das Küchenfenster auf und sagte `Heil Hitler,
ich möchte bloß mal wissen, ob sie auch wirklich Eintopf
kochen.´ Wir hatten Eintopf, aber das... das war unmöglich.
Die Unverschämtheit, auf unser Grundstück
zu kommen, übern Zaun zu klettern.
Sie war eine Fanatikerin.

Das Geld sollte dann gespart werden
in die Winterhilfe. Und Winterhilfe
hieß: Rüstung für die Soldaten.
Also, Winterhilfe war eine Farce."

Benrather Tageblatt, 22. März 1933

Eine weitere zentrale Veranstaltung war der "Eintopfsonntag",
der jährlich auf dem Benrather Marktplatz stattfand. Initiiert
wurde dieser zugunsten des Winterhilfswerks, um Spenden
zu sammeln, die bedürftigen und notleidenden Mitbürgern
zu Gute kommen sollten.

Kundgebungen und Feierlichkeiten der NSDAP-Ortsgruppe
fanden vorwiegend in der Ernst-Moritz-Arndt-Halle, im
Schloßhotel sowie auf dem Benrather Marktplatz statt.

"Eintopfsonntag hieß: Es kam weder Fleisch auf den Tisch,
noch Kartoffeln, noch Gemüse. Es wurde eben nur Eintopf
gekocht. Erbsensuppe, Bohnensuppe, Graupensuppe,

Eine zentrale Rolle als Propagandastätte hatte auch das Benrather Schloss .

Hier fanden zahlreiche, prunkvoll arrangierte Veranstaltungen und Kundgebungen statt. In der Zeitung
finden sich beispielsweise Berichte über den Auftakt der Reichsmusiktage `39 , den Tag der Heimat,
den Gauwandertag `39, die Schloßspiele sowie über Weihnachtsmarkt und Kunstausstellung, die
- allesamt mit Massenbegeisterung schaffendem Trubel -
im Schloß Benrath gefeiert wurden. Ein Beispiel für die
weiterreichend öffentlichkeitswirksame Inszenierung
stellt der Empfang des italienischen General Russo
im Schloß Benrath dar. Durch umfangreiche

Beflaggung und eine pathetische
Feiersymbolik wurde bei
solcherlei Anlässen
nationalsozialistischer
Zusammenhalt
propagiert.

Hierzu berichtete uns eine Benrather Zeitzeugin:

 

Propaganda durch Veranstaltungen