Typische Elemente waren
außerdem Hetze und Stereotype, die das Bild "Volksgemeinschaft
vs. Juden" lancierten.
Wie überall in
Deutschland war auch in Düsseldorf-Benrath die Stimmungsmache der Nationalsozialisten
allgegenwärtig. Auch hier waren neben zahlreichen propagandistischen
Veranstaltungen Filmvorführungen, Rundfunkübertragungen und Zeitungen
der Vermittlung der NS-Ideologie dienlich.
Als aufschlußreiche
Zeitung
der damaligen
Zeit ist das "Benrather Tageblatt" zu nennen, dessen Räumlichkleiten
sich auf der Friedhofstraße befanden.
Filmvorführungen
fanden in Benrath im "Fern-Andra-Theater",
Ecke Paulistr./Heubesstr., und im "Modernen Theater" in der Hauptstraße
statt, wo unter anderem die "Wochenschau",
zentrales Instrument der Indoktrinierung, gezeigt wurde.
So berichtete die "Rheinische Landeszeitung" z. B. am
13. September 1941 über die Ausstrahlung des zusammen-
fassenden Tonfilmberichtes der deutschen Wochenschauen "Kampf im Osten",
veranstaltet von der Gaufilmstelle Düsseldorf der NSDAP.
Von
Rundfunkübertragungen
in Benrath ist bekannt, daß sie einerseits zur Unterstützung der
pathetischen Stimmung, so
etwa während der Feier zum 5. Jahrestag der Machtübernahme am 30.01.38,
in Benraths Straßen ausgestrahlt wurden.
Zum anderen fanden Rundfunkübertragungen an der Hermann-Löns-Schule´,
dem heutigen Schloßgymnasium, als Pflicht-
veranstaltungen für Schüler statt, um unterschiedliche, von den Nationalsozialisten
für wichtig gehaltene und hochstilisierte Ereignisse zu übermitteln.
Doch
nicht nur die propagandistische Stil der Berichterstattung war den Nationalsozialisten
nützlich. Daneben diente die Zeitung der NSDAP
Ortsgruppe Benrath für Mitteilungen und zur Ankündigung von Versammlungen.
"Kein
Wunder also, wenn sich das nationalsozialistisch fühlende Benrath nicht
länger durch das
Judentum provozieren lassen will. (...) Die Juden nehmen sich eben allerlei
heraus und stellen die
Geduld ihres Gastvolkes auf eine harte Probe! Hoffentlich werden die Vorgänge
von heute morgen
dazu beitragen, die Juden zu belehren, daß es nicht ratsam ist, den Bogen
zu überspannen"
In
einem Bericht anläßlich der Brandstiftung in der Benrather Synagoge
und darauf folgender Verwüstung jüdischer Geschäfte heißt
es:
In
dem Artikel "Deutsche Schicksalsgemeinschaft - aber ohne Juden"
wird über eine Kundgebung der NSDAP-Ortsgruppe in der Arndt-Halle
berichtet. Ortsgruppenleiter Flämig bezeichnet hier die Juden als Diebe
und als "wucherndes Gestrüpp".
Zuvor
eher national-konservativ orientiert,
verdeutlicht sich ab 1933 der emphatische,
heroisierende Stil der nationalsozialistischen
Berichterstattung.
Insbesondere in dem Lokalteil "Aus der Heimat - Für die Heimat"
finden sich zahlreich propagandistisch gefärbte Berichte über die
Geschehnisse in Benrath.
Diese Darstellungsweise prägt Artikel über Aufmärsche und Paraden
am Marktplatz, Kundgebungen in der Arndt-Halle,
einen Werbeabend des BdM im Schloßhotel
sowie weitere zahlreiche Berichte.
Die Beschreibungen all dieser Geschehen betonen
stets die Großartigkeit des Deutschtums und die Begeisterung für
nationalsozialistische
Gesinnung und Lebensweise.
Propaganda
in den Medien