Die erste öffentliche
Versammlung in Benrath wurde im Winter `28 mit Saalschutz
durch SA-Leute bei Goßmann in der Friedhofstraße abgehalten. Bis
Mai `29 war die
Zahl der Mitglieder auf 30 angewachsen. Die erste parteiamtliche Bestätigung
der
NSDAP Ortsgruppe Benrath im "Völkischen Beobachter" bescheinigt
eine Aufnahme
der Ortsgruppenfunktion zum 1. Juni 1929. Zum Ortsgruppenleiter wurde Ludwig
Kraft ernannt. In der Phase der organisatorischen Festigung bediente sich
die Ortsgruppe in fortschreitendem Maße der Möglichkeit, das Benrather
Tageblatt zu Propagandazwecken zu nutzen. Daneben fanden öffentliche
Versammlungen, vorwiegend im Hotel Hesse sowie im Wagnerischen Saale in der
Paulsmühle mit einer klaren Kampfansage gegen Parteigegner, statt. Die
Ortsgruppenleitung war zu dieser Zeit einem schnellen Wechsel unterlegen:
Kraft wurde bald von Parteigenosse Ernst Schwarz abgelöst, der seinerseits
ebenso nur kurz die Leitung inne hatte, da die Ortsgruppe zwischenzeitlich
für kurze Zeit zur Sektion degradiert wurde.
In Benrath gab es Gruppen
von unterschiedlichen nationalsozialistischen Organisationen, deren Betrachtung
uns heute einen Eindruck davon vermittelt, wie sämtliche Bereiche des
Lebens, d. h., nicht nur Politik, sondern
auch Alltag, Kultur und Freizeit unter dem Einfluß der Nationalsozialisten
standen.
Von weiteren nationalsozialistischen Untergruppierungen und Organisationen haben wir folgende fragmentarische Informationen:
NSDAP Ortsgruppe Benrath
Die offizielle Gründungsversammlung der NSDAP Ortsgruppe
Benrath fand am 1. März `28 statt. Zu Beginn ihrer politischen
Tätigkeit hatte die Ortsgruppe Schwierigkeiten, geeignete
Lokalitäten für Zusammenkünfte zu finden, da es unter
Zentrum
und KPD verpönt war, Umgang mit den Nazis zu pflegen.
Zu der ersten
Kundgebung, die daher noch in Holthausen stattfand, erschienen nur zwei Personen.
"Kraft
durch Freude"
Die Vereinigung
"Kraft durch Freude" (KdF) hatte ihre
Räumlichkeiten in
der Benrather Schloßallee. Die KdF, der Deutschen Arbeitsfront untergeordnet,
war eine nationalsozialistische Freizeitorganisation, die Standesunterschiede
überwindend der deutschen Volksgemeinschaft günstige Möglichkeiten
zu
Sport-, Freizeit- und Kulturveranstaltungen geboten hat.
Benrather Soldatenbund
Im Juni 1933 bildete die NS-Frauenschaft eine Jugendgruppe, deren erste Führerin Frau Krahwinkel wurde. Bei dem ersten öffentlichem Auftritt des BDM-Benrath vor der Bevölkerung, im November `33 im Schloßhotel, erhielt Frau Hilde von Ortsgruppenleiter Flämig das Zepter zur Führung der Mädels.
Die NS-Frauenschaft
Benrath feierte am 31. Mai '33
die Einweihung eines eigenen Heims und die Weihung der Fauenschafts-
und Hakenkreuzfahne. In Räumen des städt. Arbeitsamtes in der Hasselsstraße
sollte dieses Heim als Stätte erfolgreicher nationalsozialistischer Frauenarbeit
dienen. Frauenschaftsleiterin war zu dieser Zeit Antonie Fahle, Leiterin der
Jugendgruppe war Ellen Müller.
Erst im Juni 1937 bezogen die Ortsgruppe der NS-Frauenschaft sowie das Deutsche
Frauenwerk Räumlichkeiten in der Urdenbacher Allee 5. Hier sollte den
Frauen der Raum "Mittelpunkt ihres Schaffens sein, von dem aus die geistigen
Kraftströme ins Volk gehen" und die "Frauen den Männern
immer wieder den Glauben an die Zukunft" wiedergeben. NS-Frauenschaft
und Deutsches Frauenwerk umfaßten derzeit fast 1100 Mitglieder. Zu diesem
Zeitpunkt war Frau Müller Ortsfrauenschaftsleiterin. Für das Jahr
1940 wird diese Position Johanna Knops zugeschrieben.
Am Alten Rhein 8 befand sich die NSB-Gauschule.
Organisationen